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18.10.2011, 19:26 Uhr
Ein Jugendzentrum für Messel?
Entscheidung in der Gemeindevertretersitzung am 24.10.2011
Ebenfalls in der Gemeindevertretersitzung am 24.10.2011 wird über die Einrichtung eines Jugendzentrums entschieden.
In der letzten Sitzung hatte die SPD beantragt, dass die Verwaltung prüfen möge, wo gegebenenfalls ein Jugendzentrum eingerichtet werden könnte. Begründet wurde der Antrag damit, Messel sei eine der wenigen Gemeinden Im Landkreis, die kein Jugendzentrum besäßen. Die Frage der CDU nach einem konkreten Bedarf blieb unbeantwortet. Die Verwaltung, die dann durch Mehrheitsbeschluss der Gemeindevertretung damit beauftragt wurde, die Möglichkeit der Einrichtung eines Jugendzentrums zu prüfen, legt nun nicht nur das Prüfergebnis vor, sondern hat über den Gemeindevorstand auch gleich einen Beschlussvorschlag auf Errichtung des Jugendzentrums vorbereitet. Die Maßnahme wird allerdings für viele Bürgerinnen und Bürger Veränderungen mit sich bringen:
  1. Die Altentagesstätte wird vom Tiefgeschoss des Rathauses in den Erdgeschossraum im Haus der Vereine verlegt .
  2. Der Sitzungssaal im Erdgeschoss des Rathauses wird in mehrere Büroräume unterteilt, in die bisher im Tiefgeschoss des Rathauses untergebrachte Bereiche (Bau-, Finanzverwaltung) umsiedeln.
  3. Die bislang im Gebäude Kohlweg 17 untergebrachte Gemeindebücherei wird in das Tiefgeschoss im Rathausgebäude umgesiedelt.
  4. Im Gebäude Kohlweg 17 wird ein Jugendzentrum eingerichtet.
Die Verwaltung beziffert den Investitionsaufwand pauschal mit 15.000,- EURO, ohne dass dieser Betrag näher aufgeschlüsselt wird. Und über die Folgekosten, z.B. für die Betreuung der Jugendlichen, schweigt man. Dieses Maßnahmenpaket wirft viele Fragen auf: Sicher ist das Haus der Vereine „barrierefrei“ – aber wer räumt für die jeweilige Veranstaltung der Senioren Tische und Stühle herbei – und nach der Veranstaltung wieder weg, wer bringt z.B. für einen Kaffeenachmittag Geschirr, Besteck und Gläser von der Küche in den Raum. Auch die Garderobe befindet sich in einem der Obergeschosse, und ist nur über Treppen zugänglich. Und wenn Garderobe, Tische und Stühle und anderes „Equipment“ fest im großen Raum eingerichtet werden, ist der Raum für die Vereine, für die er eigentlich gedacht ist, überhaupt noch nutzbar? Wer wird im Georg-Heberer-Haus für anfallende Sitzungen Tische und Stühle vorbereiten? Wie wird gewährleistet, dass das Haus für kurzfristig anberaumte Sitzungen zur Verfügung steht? Müssen auch hier die Vereine zurückstecken? Verträgt sich das Jugendzentrum mit dem direkt benachbarten Wohnhaus Kohlweg 19? Wie wird gewährleistet, dass es nicht zu Lärmbelästigungen kommt? Und: Was wird Messel das Ganze zuletzt kosten?

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die CDU ist dafür, dass in Messel etwas Sinnvolles für die Jugendlichen getan wird. Aber wir haben erhebliche Zweifel, ob ein Jugendzentrum die richtige Maßnahme ist. Uns stimmt skeptisch, dass wir auf unsere Frage nach den Ergebnissen der Umfrage keine Auskunft erhalten. Die SPD hat doch immer wieder damit geworben, dass sie die Jugend nach ihren Vorstellungen befragt. Soll sie doch einmal die Ergebnisse der Befragung öffentlich machen. Oder aber die Verwaltung muss – durch Befragung der „Zielgruppe“ - prüfen, ob ein Bedarf besteht. Es kann doch nicht sein, dass in Messel ein Jugendzentrum nur deshalb eingerichtet wird, „weil alle anderen Landkreisgemeinden eines haben“. Gerade in Zeiten leerer Kassen und defizitärer Haushalte müssen sich derartige kostenintensive Maßnahmem am tatsächlichen Bedarf orientieren, und vernünftig begründet sein.

Wir haben in Messel mit einem Jugendzentrum schon einmal Schiffbruch erlitten. Bevor man den gleichen Fehler noch einmal macht, sollte man analysieren, woran es denn damals gelegen hat. Klar ist: Messel verfügt über eine sehr gute Verkehrsanbindung nach Darmstadt. Und dort findet die Jugend alles, was sie für die Gestaltung ihrer Freizeit braucht. Diese Konkurrenz macht es nicht einfach. Ein Freizeitangebot, das die Jugendlichen in Messel wirklich erreicht, muss attraktiver sein. Hier ist ein gutes Konzept gefragt. Sonst steht am Ende des Weges erneut ein für viel Geld errichtetes, aber nicht angenommenes Jugendzentrum.
                                                                                                   Der Vorstand
aktualisiert von Stefan Baltes, 18.10.2011, 19:35 Uhr
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