Presse
28.12.2009, 14:20 Uhr
Darmstädter Echo: Dieburg wird Anlaufstelle für Heiratswillige
Vereinbarung: Stadt bildet mit Eppertshausen, Münster und Messel Standesamtsbezirk - Trauungen auch in den Gemeinden
Vier Kommunen im Ostteil des Kreises bilden ab dem 1. April 2010 einen gemeinsamen Standesamtsbezirk mit Sitz Dieburg (wir berichteten).
Jetzt unterzeichneten die Bürgermeister von Dieburg (Werner Thomas), Münster (Walter Blank), Eppertshausen (Carsten Helfmann) sowie Messel (Udo Henke) an der Seite ihrer Stellvertreter Wolfgang Schupp für Dieburg, Norbert Schewe für Münster, Rita Filipp für Eppertshausen und Adolfine Cohausz aus Messel eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung, die zunächst auf fünf Jahre befristet ist, sich dann aber automatisch verlängert.
Die Bildung eines Standesamtsbezirks wird vom Kreis begrüßt und ist vom Land gewünscht. ,,Wo immer es möglich ist, sollte man zusammenarbeiten", verwiesen die Verwaltungschefs auf Kosteneinsparungen. Ab dem 1. April müssen Paare aus den vier Kommunen ihre Eheschließung in Dieburg anmelden. Auf Wunsch kann dann aber auch in Münster, Eppertshausen und Messel die Trauung vorgenommen werden. Für ,,Trauwillige" soll kein Nachteil entstehen. Man müsse sich neuen Herausforderungen stellen. Die Zusammenarbeit in einem Standesamtsbezirk sei ein gutes Zeichen für die Zukunft, meinte Werner Thomas, sprach von einer gewissen Entlastung im Haushalt.
Thomas dankte vor allem Mitarbeiter Theo Beilstein, der die Vereinbarung zur Bildung des Standesamtsbezirks ausgearbeitet hatte. Diese wurde nach der schon vor Monaten zwischen den Bürgermeistern ausgehandelten Kooperation schließlich auch von allen vier Kommunalparlamenten genehmigt, wenn auch in Messel und Eppertshausen nicht ohne Gegenstimmen. Mancher fürchtete einen gewissen Verlust der kommunalen Eigenständigkeit.
 
Schon gibt es, wie die Bürgermeister im Dieburger Magistratszimmer bei der Vertragsunterzeichnung beiläufig erwähnten, Überlegungen, auch zum Beispiel beim Ordnungsamt eine Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg ins Auge zu fassen. Bei den Bauhöfen könne man sich schon jetzt gegenseitig mit Maschinen, Fahrzeugen und Geräten aushelfen, deutete der Münsterer Bürgermeister Walter Blank an.
 
Der Eppertshäuser Verwaltungschef Carsten Helfmann sprach von Synergie-Effekten, die genutzt werden sollten. Und Udo Henke aus Messel bemerkte, es handele sich um keine einmalige Zusammenarbeit unter den Gemeinden im Kreis und schon gar nicht im Land.
 
,,Die Verwaltungen bleiben nach wie vor bürgernah", hielt Henke fest. Die Bürgermeister versicherten zudem, dass durch den Wegfall der örtlichen Standesämter kein Arbeitsplatz in den Rathäusern wegfalle. Aber es müssen dann nicht mehr eigens Standesbeamte aus- und fortgebildet werden. In allen vier Kommunen sind bisher jeweils drei Standesbeamte ,,trauberechtigt", einschließlich der Bürgermeister.
In Dieburg wird man bei Bedarf noch ein oder zwei Standesbeamte ausbilden lassen. Da muss man nun jährlich mit rund 180 bis 200 Trauungen rechnen. Und da werden jährlich auch rund 400 Geburten und rund 200 Sterbefälle beurkundet. Geburten wurden schon bisher vielfach in Dieburg beurkundet. Sterbefallanzeigen werden heute bereits zu 95 Prozent durch die Bestattungsunternehmen vorgenommen, so dass auch hier die Bürger keine weiteren Wege haben werden. Sämtliche Personenstandsakten gehen in das Standesamt Dieburg über. Hier werden alle Urkunden ausgestellt. Aber deshalb müssen die Einwohner aus den Nachbargemeinden nicht unbedingt den Weg nach Dieburg antreten. Beantragt werden können die Urkunden nach wie vor am Wohnort. Die werden dann aus Dieburg per Post zugesandt oder können in den Rathäusern abgeholt werden.
 
bs
aktualisiert von Stefan Baltes, 21.01.2010, 14:23 Uhr
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