Presse
08.11.2010, 15:07 Uhr | Darmstädter Echo / Matthias Voigt
Sozialdemokrat Andreas Larem ist neuer Bürgermeister
Wahl war notwendig, weil Rathauschef Udo Henke im Sommer in Ruhestand gegangen war
Die Bürgermeisterwahl in Messel fiel wie erwartet knapp aus: Mit 52,4 Prozent zu 47,6 Prozent setzte sich am Sonntagabend SPD-Kandidat Andreas Larem gegen den Christdemokraten Thomas Kohls durch.
Gerade mal 105 Stimmen trennten die beiden Kontrahenten, doch in allen vier Wahlbezirken hatte Larem die Nase vorn. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,4 Prozent.

Der Eppertshäuser Larem tritt damit die Nachfolge von Udo Henke (CDU) an, der auf eigenen Wunsch vorzeitig aus seinem Amt geschieden war. Am 13. Dezember soll bereits die Amtseinführung des neuen Rathaus-Chefs vollzogen sein.
 
Um 19.07 Uhr reckte Larem beide Hände in die Höhe und ließ sich von seinen Parteifreunden feiern. »In nur acht Monaten als Newcomer von null auf hundert, das ist Wahnsinn«, freute sich der 46-Jährige. Mit seinem »authentischen Auftreten« habe er die Wähler überzeugen können, dass nicht nur in Messel, sondern auch in ihm mehr stecke, sagte er in Anlehnung an seinen Wahlkampfspruch.
 
»Mein Bauchgefühl war eigentlich positiv«, gab Wahlverlierer Thomas Kohls schwer enttäuscht zu Protokoll. »Ein paar Altlasten aus dem Parlament« habe er mit sich rumgeschleppt, was anscheinend negativ auf ihn abgefallen sei, begab er sich sogleich auf die Suche nach den Gründen der Niederlage.
Kohls habe »nicht die Herzen aller Messeler gewinnen« können, merkte Amtsvorgänger Udo Henke an. Larem solle den Abend und den Sieg genießen, denn es kämen schwere Zeiten auf ihn zu. Der glückliche Sieger dagegen wertete das Ergebnis als »Signal für die Kommunalwahl« am 27. März 2011.

Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) nahm die Vorlage dankbar auf und fügte an, Messel könne von Andreas Larem eine »familienfreundliche Politik« erwarten. Große Freude auch bei der Landtagsabgeordneten Heike Hofmann (SPD), die für sich reklamierte, Larem als Kandidaten vorgeschlagen zu haben.
CDU-Kreisvorsitzender Manfred Pentz haderte mit dem Ergebnis: »Kohls war auf jeden Fall der richtige Kandidat.« Die Messeler hätten aber mit der Wahl gezeigt, dass nach einem guten Jahrzehnt der CDU-Herrschaft nun das »Pendel wieder zurückschwingt«. Mit »einem lachenden und einem weinenden Auge« betrachtete derweil Larems Bruder Hans-Joachim aus Eppertshausen das Ergebnis. Schön für ihn und für Messel, dass er gewonnen habe. Aber Eppertshausen verliere somit einen ambitionierten Fraktionsvorsitzenden.
aktualisiert von Stefan Baltes, 10.11.2010, 15:13 Uhr
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